Interview mit Graf zu Inn- und Knyphausen

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Hotel | 11.06.2020

Die Entwicklung und Weitergabe von Verhaltensweisen, Meinungen, Gewohnheiten, Ideen und Kultur von Generation zu Generation – so lässt sich der Begriff Tradition definieren. Traditionen werden überliefert, bewahrt, gepflegt, fortgesetzt und manchmal auch verändert. Wenn man den Blick über Ostfriesland schweifen lässt und sich dabei auf die Suche nach Orten begibt, bei denen man unmittelbar an Tradition denken muss, dann kommt man um das Schloss in Lütetsburg nicht umher. Seit 1588 liegt das Anwesen in der Nähe von Norden in den Händen der Familie Inn- und Knyphausen. Aktuell bewohnt Tido Graf zu Inn- und Knyphausen mit seiner Frau und seinen vier Kindern das Schloss und ist für die gesamte Anlage verantwortlich.

Doch wie steht der Graf, der die lange Familiengeschichte in Lütetsburg fortsetzt, eigentlich zu dem Thema Tradition? „Natürlich spielt Tradition in einer Familie, deren Wurzeln weit zurück reichen, auch aktuell noch eine Rolle. Auf der einen Seite schafft sie Zusammenhalt, Struktur und einen gewissen roten Faden, auf der anderen Seite kann sie aber auch einengend und hinderlich sein. Für mich ist es beispielsweise eine Tradition, gemeinsam mit meiner Familie zu essen. Im Team trinken wir außerdem jeden Morgen um 10 Uhr einen Tee zusammen und tauschen uns aus, über berufliche und private Dinge. Reizvoll ist für mich am Ende des Tages eine Mischung aus Tradition und eigener Lebensweise.“

Es dürfte daher wenig verwundern, dass sich die Einstellung des Grafens zum Thema Tradition in der Entwicklung des Standortes Lütetsburg widerspiegelt. Der Bestand der Anlage wurde gepflegt und punktuell um neue Angebote erweitert. Im vergangenen Jahr feierte beispielsweise das Lütetsburger Maislabyrinth Premiere. Auch die drei Baumhäuser Voss, Dacks und Reei, die eine entspannte Auszeit inmitten der Waldlandschaft versprechen, öffneten 2019 ihre Türen. Beides sind Projekte, die Tido Graf zu Inn- und Knyphausen mit Spaß verfolgt: „Jede Generation muss ihre Vorlieben und Chancen ganz neu definieren und den Bestand sinnvoll erhalten bzw. wenn möglich noch verbessern. Das geht nur, wenn man voll und ganz hinter den Projekten steht und dabei Spaß hat – das kann ich auf jeden Fall behaupten.“

Das Leben in einem Schloss, das eine bewegende Geschichte hinter sich hat, sei natürlich „etwas Besonderes“, das Interesse daran sei für den vierfachen Vater absolut „nachvollziehbar“. Dennoch sei es das Zuhause seiner Familie, ein privater Ort, dessen Privatsphäre geschützt werden müsse. Einblicke ins Schlossinnere gibt es daher nur im Rahmen von Konzerten oder anderen Veranstaltungen, die regelmäßig auf dem Gelände stattfinden. Es sei jedoch ein Geschenk, in einem geschichtsträchtigen Gebäude wie dem Schloss Lütetsburg zu wohnen – auch wenn man Kompromisse eingehen müsse: „Es fühlt sich manchmal an, wie in einem Museum zu leben. Zudem muss man auf viele Vorzüge, die ein modernes Haus bieten würde, verzichten.“

Es ist jedoch nicht nur das Schloss, das sich großer Beliebtheit erfreut. Auch der dazugehörige Park, angelegt 1790 und sogar von Theodor Fontane mit einem eigenen Gedicht versehen, zieht jährlich viele Besucher an. Der Aufwand, der für die Pflege und Instandhaltung betrieben werden muss, lässt sich dabei nur erahnen: „Es ist unglaublich viel Arbeit. Der Park hat eine Fläche von knapp 300.000 m², die wir unterhalten müssen – ganz ohne Zuschüsse. Ich kann mich dabei jedoch auf ein engagiertes Team, bestehend aus drei Gärtnern, verlassen, das sich liebevoll kümmert und den Park in einem guten Zustand hält.“

So sei der Park für den Schlossherrn eine „Oase, die eine große Vielfalt an besonderen Tieren und Pflanzen vereint.“ Doch damit dies auch in Zukunft so bleibt, müsse man sich rechtzeitig kümmern. Ein kürzlich gegründeter Freundeskreis habe es sich daher zur Aufgabe gemacht, den Park mit seiner Botanik und seinen Bewohnern für nachfolgende Generationen zu erhalten. Schließlich sei der Park auch für den Grafen ein besonderer Ort: „Ich habe viele Lieblingsplätze. Ein Ort hat jedoch eine wichtige Bedeutung für mich, hier habe ich schließlich um die Hand meiner Frau angehalten – und Sie hat zum Glück auch Ja gesagt!“

Ein wichtiger Teil des Parks ist auch das Parkcafé, das im vergangenen Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feierte. Die Kombination aus Parkrundgang und einem anschließenden Besuch im Café sei selbst für den Grafen verlockend: „Normalerweise trinken wir immer daheim unseren Tee oder Kaffee, doch ab und zu bin ich einfach auch Café-Gast. Mein Favorit ist übrigens der Lütetsburger“, gibt der Schlossherr einen kleinen, privaten Einblick in seine kulinarischen Vorlieben - und wer weiß, vielleicht wird diese Tradition in ein paar Jahren vom Grafen an seine Kinder überliefert.

Weitere Informationen rund um das Schloss Lütetsburg erhalten Sie hier.

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